M&B: Die Pute von Panem – The Starving Games

Diese Reviews sind mal was neues, außerdem sind sie auch für das Seitenblog Mooks&Bovies.

Die Pute von Panem… ja, wo soll ich anfangen? Wenn ein 15-Jähriger über eine gefälschte Identität ein Fernstudium im Filmemachen durchziehen könnte, käme dieser Film bei raus. Nein, ganz im Ernst, das ist echt schlecht.

Ich musste bei Blubberella öfter mal grinsen, aber dieser Film hat mir in seiner ganzen Laufzeit von 82 Minuten nicht ein einziges Mal einen Grinser, geschweige denn einen Lacher entrungen, bestenfalls ein genervtes Stirnrunzeln. Woher dieser Film sein Budget hat, ist mir aber vollends klar: Das extreme Product-Placement von Firmen, die sich nicht zu schade sind, auf Biegen und Brechen beim Jungen Publikum anzukommen – Da sitzt die Kreditkarte der Eltern nämlich noch viel leichter.

Jason Friedberg und Aaron Seltzer haben wir dieses “Machwerk” zu verdanken und dank dieses Films rangieren sie noch unterhalb von Uwe Boll auf meiner Skala. Denn Boll bemüht sich wenigstens, etwas Zustande zu bringen, und das rechne ich ihm seit diesem Film hoch an. Das ist ungefähr das Zielpublikum dieses Filmes:

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Hirntot. Nur nicht so alt.

Doch zurück zum Product Placement: Für Unkundige – Product Placement heißt, dass eine Firma ihren Namen und ihre Produkte für teuer Geld in einen Kinofilm stellt. Dafür geben die Macher den Produkten und Namen prominenten Platz im Film. Beim Fünften Element war das McDonalds in kleineren Chargen, FedEx hat sich bei Cast Away kostenfrei zur Verfügung gestellt und in Starving Games… nun, seht selbst:

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Natürlich Nike…

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…Rovio…

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…Fruit Ninja…

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…eine Pappfleisch-in-Pappbrötchen-Kette…

…und offenbar der Hauptsponsor, den ich euch nicht vorenthalten möchte. Ihr kommt bestimmt selbst drauf:

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Tipp #1: Es ist ein nerviges “Lifestyle”-Accessoire.

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Tipp #2: Besitzer solcher Geräte reiben euch unter die Nase, dass sie eines davon haben.

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Tipp #3: Es überwacht alle Schritte, lässt keine Freiheiten und ist nur mit sich selbst kompatibel.

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Tipp #4: Eine Firma, die ihre Kunden gern mit veralteter Hardware in schicken Gehäusen verAPPLEt.

Jetzt solltet ihr eigentlich von selbst drauf kommen. Dieser Film hat in etwa so viel Substanz wie… ja wie ein Bündel Nichts halt. Er hat keinen Zusammenhang, die “Schauspieler” sind genauso wie das Setting komplett austauschbar. Man könnte stattdessen dieselben Gags Wort für Wort auch in einer Matrix-, einer Stirb-Langsam- oder einer Saw-Parodie nutzen und es würde nicht mal ansatzweise auffallen.

Die Effektküche, die “The Starving Games” bedient, lädt tatsächlich zum Verhungern ein, denn man hungert geradezu sehnsüchtig nach dem Effekt, der nicht aus Windows Movie Maker oder einem After Effects-Template stammt. Da ich, wie immer, solche Missgriffe gerne bebildere, hier ein kleines Horrorkabinett grafischer Meisterwerke aus dem Film:

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“Wir brauchen einen Effekt, der das Kleid realistisch brennen lässt! Aber nicht teurer als 15 Euro!” – “Wird gemacht, Boss!”

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“Oh nein, Feuereffekte von schlechten Kunststudenten!”

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Oh, nicht das Product-Placement vergessen!

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“Und wenn ich hier drücke, dann ist da beispielsweise ein Ballonregen im Vordergrund.” – “Klasse, das lassen wir drin, merkt eh niemand.”

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“Aber Chef, hier stimmt ja gar nichts! Schatten falsch, Position falsch…” – “Ach, die Leuten lachen doch darüber! Oder wir stecken die in die Arena!”

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Hier wurde die Post-Production komplett außer acht gelassen, man sieht sogar noch die Ränder um den Hauptcharakter…

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CGI-Maden. Oder Irgendwelche Würmer auf einer Platte mit Loch, darunter Greenscreen. Oder MSPaint.

Der Film geizt nicht mit Querverweisen auf Filme mit sehr ausgelutschten Gags, der Saw-Querverweis da mal als Beispiel. Denselben Gag mit einem Bein absägen hat Scary Movie 3 vor EWIGKEITEN gebracht.

Mittendrin schien den beiden das Geld ausgegangen zu sein. Denn es taucht ein neuer Sponsor auf. Was ist untrennbar mit weißem Müll verbunden? Genau! Die Kaffee… oder Lattemacchiato-Kette Starfucks!

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Immer schön das Logo in die Kamera, Namenloser!

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Und einen Zoom aufs Produkt! Danke! KAT-SCHING! $$$

Bevor der Zuschauer nun desinteressiert sich wieder ihrem eierFon und dem Entkaffeinierten Latte Macchiato mit Sojamilch und einem Spritzer Himbeer-Kirsch-Kiwi-Sirup zuwenden und dabei Stolz Fotos von ihren H&M Klamotten und Mc-Menüs auf Fressenheft zeigen, muss der Film natürlich noch ein bisschen Action zeigen.

Wie ich jetzt grade auf H&M komme?

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Hey, ewige Nummer Zwei unter den Fieslingen! Immer schön das Logo in die Kamera!

Deswegen. Während sich die Produzenten denken, dass eine Liebesszene ja in jedem Film vorkommt und man das ja prima verarschen kann, komme ich mir selbst bei den Folgenden Szenen etwas verarscht vor.

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Noch ein paar Ekel-Szenen dazu, damit der Zuschauer sich an dem Humor ergötzen kann, der selbst einem Mario Barth Konkurrenz macht.

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Und der Zensierbalken. Inklusive einem alten “3D ist besser”-Gag und einem Pay-TV-Hinweis.

Und was darf in einer Parodie nicht fehlen? Ratet mal!

Story? Neeein! Ähnlichkeit mit dem parodierten Film? Weit gefehlt! Lustige Witze? Auch nicht. Einprägsame Darsteller? Ach kommt, bevor es zu hart wird: man muss natürlich die momentanen Blockbuster möglichst Niveaulos durch den Kakao ziehen. Von “Der Hobbit”, wo Gandalf und die Zwerge zu dem “Liebespaar stoßen” (im Rahmen eines höchst unlustigen Schwulenwitzes), über “The Avengers” in, nunja sagen wir mal, der Gründschüler, der die Kostüme aus Pappmaschee gemacht hat, kann stolz sein, ein Erwachsener sollte das nicht, bis hin zu den “Expendables 2”. Nicht die echten, versteht sich, dafür täuschend echte (*grunz*), total geniale (*wieher*) Laiendarsteller, die ungefähr so viel Ähnlichkeit zu den echten Stars haben wie Charlie Sheen die Finger von Alkohol lässt.

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Und zum Ende des Films wartet eine Überraschung. Denn den beiden Machern ist es nicht gelungen, den Film auf Kinolänge aufzupumpen, daher werden die OUTTAKES(!) als Filminhalt dargestellt. Au Backe.

Fazit, Punkte und sonstiger Kram:

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Die Story:
Sie versucht sich, zumindest ansatzweise am Vorbild zu orientieren, und gibt sich ernsthaft etwas Mühe, linear zu bleiben, scheitert aber selbst schon an den kleinsten Hürden. Lausige 15%

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Die Technik:
Ein Filmstudent mit einigen HD-Camcordern und ein After-Effects-Profi bekommen mehr auf die Reihe. Auch hier nur 10%.

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Der Fun:
Hilfe, Harald Schmidts Witzeschreiber und Oliver Pocher haben sich zusammengetan, um die Weltherrschaft in schlechten Witzen aneinanderzureihe(r)n. 8%

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Die Action:
Muss ich mehr als “Null Prozent” sagen?

Das Fazit:
Der Film ist weggeworfenes Geld, 82 Minuten Werbung. Kein bisschen Lustig, kein bisschen Amüsant, kein bisschen überhaupt irgend etwas. Nur Schade.

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